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Telegrafenamt wird zur Adresse für gehobenes Wohnen

10. Juni 2026

Gehobene Lofts im denkmalgeschützten Telegrafenamt bringen Premiumpreise

Im Stadtjägerviertel von Augsburg erwacht ein historischer Backsteinbau zu neuem Leben: Das ehemalige Telegrafenamt wird zu einem Quartier mit 92 Wohnungen, Stadthäusern und Lofts umgebaut. Klaus Bau hat das markante Baudenkmal übernommen und plant auf mehr als 10 000 Quadratmetern Wohnfläche Einheiten vom Einzimmerapartment bis zum über 200 Quadratmeter großen Atriumloft.

Die Architektur des Hauses aus den 1920er-Jahren bleibt weitgehend erhalten: hohe Räume, große Fenster und charakteristische Formen des Expressionismus sollen mit modernen Grundrissen und zeitgemäßem Energiestandard kombiniert werden. Viele Details des Bestands, etwa historische Fenster oder die Drehkurbel für Oberlichter, werden denkmalgerecht integriert.

Geschäftsführer Manfred Ruhdorfer beschreibt das Projekt als Verbindung von Denkmalpflege und innerstädtischer Nachverdichtung. Nach jahrelangen Planungen und umfangreichen Gutachten liegt der Bauantrag vor; die Fertigstellung ist für Mitte bis Ende 2028 vorgesehen. Bereits beim Verkaufsstart meldete das Unternehmen rund tausend Vormerkungen und eine rege Nachfrage, insbesondere für die hellen, loftartigen Wohnungen.

Premiummarkt und neue Käuferkreise

Die Preisgestaltung nimmt deutlich Bezug auf die Lage und den denkmalgeschützten Bestand: Für eine 142-Quadratmeter-Fünfzimmerwohnung werden rund 1,2 Millionen Euro aufgerufen, Galeriehäuser mit knapp 190 Quadratmetern liegen bei etwa 1,4 Millionen Euro, ein Spitzenloft mit mehr als 200 Quadratmetern nähert sich 1,8 Millionen Euro. Ruhdorfer betont, dass in Augsburg Preise von 8 000 Euro pro Quadratmeter schon als hoch empfunden würden, in München jedoch vergleichbare Objekte deutlich teurer wären.

Als Käuferprofil nennt das Unternehmen Berufsgruppen mit hohem Anspruch an Architektur und Wohnqualität, darunter Anwälte, Architekten, Ärzte und Unternehmer. Auffällig sei das Interesse aus München: Viele Interessenten sehen in dem Projekt eine Chance, Stadtnähe und hochwertige Bausubstanz zu verbinden, ohne die hohen Münchner Preise zu zahlen. Theater, Innenstadt und Bahnhof sind fußläufig erreichbar.

Stadtbild und sozialer Kontext

Kritik an der Ausrichtung auf den Premiummarkt ist erwartet. Ruhdorfer weist darauf hin, dass Denkmalpflege und Sanierung in zentraler Lage wirtschaftlich anspruchsvoll sind und dass sich die Konstruktion des Gebäudes nicht für preiswerte Sozialwohnungen eigne. Gleichzeitig verweist er auf steuerliche Vorteile für Selbstnutzer, die Sanierungskosten über Jahre abschreiben können.

Immobilienexperten sehen in dem Projekt ein Zeichen für das Zusammenwachsen von Ballungsräumen: Der Druck aus München wirkt sich auf die Preise im Umland aus und verändert Nachfrage und Angebot in Augsburgs Wohnungsmarkt. Für viele Haushalte bleibt vor allem bezahlbarer Wohnraum ein drängendes Thema.

Das Vorhaben im ehemaligen Telegrafenamt verbindet Denkmalpflege mit urbaner Entwicklung und wird als Beispiel dafür betrachtet, wie historische Gebäude in innerstädtische Wohnnutzung überführt werden können. Wer sich für die verbleibenden Einheiten interessiert, muss mit hohen Kaufpreisen, aber auch mit einem außergewöhnlichen Wohnraum rechnen.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: augsburger-allgemeine.de



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